Malerei und Linolschnitte von Marlies Blauth
Neue Büroräume vertragen Farbe pur - da waren sich coordinate-Inhaberin Ulrike de Kruijf und Künstlerin Marlies Blauth sofort einig. Deren Konzept Rot+Gelb+Blau, das sowohl die Primärfarben (aus denen prinzipiell alles andere mischbar ist) als auch Barnett Newmans berühmten Bildtitel Who's Afraid of Red, Yellow and Blue assoziieren lässt, erstreckt sich nun schon über einige Jahre.
Marlies Blauth - man möchte fast sagen: Nomen est omen - befasst sich seit ihrer Kindheit mit dem Phänomen Farbe: Sie erforscht die Wirkung auf den Menschen (Farbpsychologie) und die Wechselbeziehungen der Farben untereinander, bis hin zur experimentellen Arbeit mit verschiedensten Farbmaterialien und deren Aufbringen auf den Bildgrund. Letzteres kann, ganz konventionell, mit dem Pinsel geschehen, aber auch mit Lappen oder Schwämmen bzw. durch Wischen oder Tupfen. Marlies Blauth geht aber noch weiter. Sie benutzt eine traditionelle Drucktechnik, den Linolschnitt, und widmet diese zur Unterabteilung malerischer Techniken um. Kein Wunder, denn die Künstlerin ist seit 1990 Lehrbeauftragte (an der Universität Wuppertal) für die Hochdrucktechniken Linol- und Holzschnitt, und seitdem hat sie das so dringliche wie persönliche Anliegen, neue, ungewöhnliche Wege zu gehen, um den alten Verfahren eine neue Ästhetik zu verleihen. Früher machte sie Collagen aus Holzschnitten, heute stehen Handdrucke mit kleinen Druckstöcken aus Linoleum im Vordergrund, die sich mit der Malerei verbinden. Gedruckt wird mit Ölfarbe, Acrylfarbe und Mischungen, die nur die Künstlerin kennt. Asche, Erde und Gips sind da eher konventionelle Beispiele. So ist in ihrem Atelier einiges gesammelt, das noch verarbeitet werden will - unter anderem ein leeres Wespennest, dessen papiernes Material demnächst in die Farbe gebröselt wird. Und mit ihren Linolstempelchen bedruckt sie alles, was eben bedruckt werden kann - Leinwände, Hartfaserplatten, Holzbalken, Holzkästen. Hier sieht man vor allem: Struktur, Struktur ... denn die verschiedenen Materialien brechen das Licht unterschiedlich und lassen die Farbe, je nachdem, im Vordergrund aufleuchten oder nach hinten rücken.
„Es ist an der Zeit“, so die Künstlerin, „mit der vom Expressionismus so sehr beeinflussten Vorstellung vom Holz- und Linolschnitt endlich aufzuräumen“, und deshalb zeigt sie in dieser Ausstellung wieder einmal besonders deutlich, dass der Linolschnitt weder grob noch eckig noch ohne Zwischentöne ist.
Vernissage ist am Sonntag, dem 24.2.2008 um 11 Uhr; zur Einführung spricht Monika Götz, Journalistin aus Düsseldorf.
Die Ausstellung kann am Eröffnungssonntag bis 17 Uhr besichtigt werden, an den kommenden Sonntagen (2.3. und 9.3.2008) ebenfalls 11 - 17 Uhr, außerdem nach Vereinbarung mit Ulrike de Kruijf unter 02151 569232.
Marlies Blauth, Jahrgang 1957, wurde in Dortmund geboren und lebt seit 1993 in Meerbusch. Nach einem umfangreichen Studium (Kunstpädagogik, Biologie, Kommunikationsdesign - vor allem sei dabei ihre Lehrerin Anna Oppermann genannt) ist sie seit 1990 Lehrbeauftragte für Hochdruckverfahren in Wuppertal. Sie arbeitet am Projekt „Kunst in der Apsis“ in der Evangelischen Kirche Osterath mit. Über ihre bisherigen Ausstellungen Näheres unter http://helixp.kulturserver-nrw.de.
Sie ist Mitglied in folgenden Künstlervereinigungen: Dortmunder Gruppe (seit 1990), Bergische Kunstgenossenschaft Wuppertal (seit 2005) und Verein Düsseldorfer Künstlerinnen (seit 2007).
Öffentliche Ankäufe: Stadt Dortmund und Bethlehemkirche Meerbusch-Büderich.